Wenn jede Sekunde zählt: Erste Hilfe mit Quadrocoptern

Während allein in Deutschland jährlich rund 300.000 Menschen einen Herzinfarkt erleiden, sind es innerhalb Europas bis zu einer Million Personen, bei denen viele Fälle mit dem Tod enden. Hauptgrund: eine zu späte medizinische Hilfeleistung. Schließlich sind die ersten Minuten für die erfolgreiche Behandlung eines Infarkts von entscheidender Bedeutung. Dass ärztliche Rettungsmaßnahmen trotz sofortigen Wählens der Notrufnummer oftmals zu spät kommen, liegt nicht selten daran, dass der Weg zum Patienten zu weit oder durch dichten Verkehr zu beschwerlich ist.

Die stetige Weiterentwicklung von Nutzungsmöglichkeiten für Quadrocopter führt dazu, dass eine Vielzahl von Menschen gerettet werden können, bei denen zuvor jede Hilfe zu spät kam. In kurzer Zeit fliegt die speziell für solche Fälle konstruierte Drohne vom Notfalldienst bis zum Ort des Geschehens. Innerhalb von 12 Quadratkilometern sogar in bis zu einer Minute. Dabei wird der Anrufer per GPS geortet und direkt vom Flugkörper angesteuert. Mit an Bord: alles Erforderliche für die medizinische Erstversorgung.

Ein hochauflösende Kamera ermöglicht es Notärzten im Hospital, die Situation einzuschätzen und den weiteren Verlauf per Livestream zu beobachten. Gleichfalls können sie über ein integriertes Audio-System auf die Ersthelfer beruhigend einwirken und ihnen wichtige Anweisungen geben – bis hin zur Bedienung eines mitgelieferten medizinischen Geräts. Bis zum Eintreffen des Krankenwagens ist es somit möglich, dass vorweg jene Maßnahmen ergriffen werden, die in tausenden Fällen lebensrettend sind.


Alles unter Kontrolle:
Krisenmanagement, Personensuche
und Zivilschutz mit UAVs.

Neben Rettungsdiensten stehen Quadrocopter vermehrt auch bei Polizei, Feuerwehren oder dem THW hoch im Kurs und sind dabei, sich als zukunftsträchtige Technologie für das Krisenmanagement zu etablieren. Wofür bislang teure und aufwendige Hubschraubereinsätze veranlasst wurden, übernehmen immer öfter UAVs (unmanned aerial vehicle) deren wichtige Dienste:

  • Per DSIS (Drohnengestütztes-Szenarien-Informations-System) schaffen sie einen schnellen Überblick bei großen Einsatzstellen wie z.B. Hochwasser oder Personensuchen, und werden zur Dokumentation und Lageerkundung der überflogenen Gebiete verwendet. 
  • Bei Gefahrgutunfällen ermitteln mit entsprechenden Messsystemen ausgestattete UAVs die Schadstoffe in der Luft und berechnen die Ausbreitungsrichtung und -geschwindigkeit.
  • Um Massenpaniken zu vermeiden, liefern die Drohnen bei großen Menschenansammlungen wichtige Daten für ein Frühwarnsystem. 
  • Durch ihre Fähigkeit, Flughöhen von mehreren tausend Metern zu erreichen, sind sie ebenso in der Lage, Notrettungen im Gebirge zu unterstützen. 
  • Auch bei Feuerlöscheinsätzen liefern UVAs essentielle Vorteile. Da es ihnen im Gegensatz zu Helikoptern prinzipiell möglich ist, durch Flammen hindurch zu fliegen, werden mit speziellen Sensoren ausgestattete Quadrocopter zur Brandherderkennung und der Bekämpfung von Wald-, Häuser- und Fahrzeugbränden verwendet. 
Eine speziell für Feuerwehreinsätze ausgestattete md4-1000 bei einer Übung zur Messung von Schadstoffen bei Großbränden. Foto: foto112.de

Im Einsatz der DLRG

»Die DLRG Horneburg ließ sich vom [...] vielversprechenden Einsatz mit einer Microdrones UAV sofort überzeugen.«
<i>Robert Rink von der DLRG Horneburg</i>

Ob auf hoher See oder in großflächigen Binnengewässern – Quadrocopter sind auf dem besten Wege, die Arbeit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. zu revolutionieren. So hat z.B. die DLRG Horneburg mit der md4-200 von Microdrones die optimale Drohne für Einsätze auf und an der Elbe gefunden. Als fliegender Helfer unterstützt sie die freiwillige Rettungscrew bei deren Überwachung über Badende, Sport- und Berufsschifffahrt und soll darüber hinaus bei Hochwasserkatastrophen eingesetzt werden.

Ebenso können die UAVs zum Einsatz kommen, wenn Deiche auf dem normalen Wege schlecht oder aufgrund der Wetterlage nur langsam zu erreichen sind. So ist es möglich, dass Sicker- und Deichbruchstellen per Webcam schneller erkannt und wichtige Maßnahmen getroffen treffen. Und dies zu weitaus geringeren Kosten als die herkömmliche Art der Deichüberwachung per Hubschrauber.

Die DLRG Horneburg setzt eine md4-200 von microdrones als fliegender Helfer zur Überwachung der Sport- und Berufsschifffahrt auf der Elbe ein. Gleichsam unterstützt die Drohne die Rettungsschwimmer in ihrer Funktion als Schutzengel für Badende.

Wasserrettung in Perfektion:
mit Microdrones und dem RESTUBE

Laut Experten nehmen UAVs in Zukunft auch bei der Rettung von Schwimmern, Surfern und von Havarie betroffenen Menschen einen immer höheren Stellenwert ein. Von der DLRG Horneburg, Microdrones und der RESTUBE GmbH wurde dies zum Anlass genommen, ein Kooperations-Projekt zu starten und ein Rettungssystem zu entwickeln, das an Innovation und Effektivität kaum zu überbieten ist. Im Mittelpunkt dieses Systems steht das RESTUBE, eine neuartige Rettungsboje, die 2015 mit dem Deutschen Gründerpreis in der Kategorie StartUp ausgezeichnet wurde.

 

»Sowohl die DLRG als auch Microdrones und RESTUBE, uns alle treibt das selbe an: wir können mit unserem Wissen in Zusammenarbeit noch mehr Sicherheit für den Menschen in und auf dem Wasser bringen.«
<i>Christopher Fuhrhop, Gründer & Geschäftsführer RESTUBE</i>

Im Notfall wird das am Quadrocopter befestigte RESTUBE von geschulten und von Microdrones zertifizierten Rettungsschwimmern zur Unglücksstelle geflogen. Während die Drohne über das integrierte GPS System auch bei starkem Wind ihre Possition hält, liefert die Webcam Live-Bilder vom Geschehen. Ein Knopfdruck, und das eigens von Microdrones konstruierte Abwurfsystem sorgt dafür, dass das RESTUBE in direkter Nähe zur betroffenen Person im Wasser landet. 

Nach einem Zug am Auslöser, bläst sich die Boje durch eine CO2-Patrone sofort automatisch auf. Bis zum Eintreffen der Rettungsschwimmer kann sich die betreffende Person nun am robusten Auftriebskörper festhalten, und gerät selbst bei starker Ströhmung weniger in lebensbedrohliche Panik. 

Die zunächst nur in einem Teilgebiet der Elbe von der DLRG Horneburg erprobte, hocheffiziente Form der Lebensrettung per Quadrocopter und RESTUBE erfüllt alle Voraussetzungen, um schon bald im »Offshore-Bereich« erfolgreich eingesetzt zu werden. Ob an weitflächigen Badestränden der Nord- und Ostsee oder auf hoher See – es gibt derzeit kaum eine Möglichkeit, in Seenot geratene Menschen einfacher, schneller und kostengünstiger mit einer lebensrettenden Maßnahme zu versorgen, als die von Microdrones und RESTUBE.


Fliegender Retter – bei Wind und Wetter

Mit der neuen md4-3000 steht eine Flugplattform von Microdrones zur Verfügung, die sämtliche Voraussetzungen für lebensrettende Einsätze in Notsituationen, die Personensuche, das Krisenmanagement oder den Zivilschutz erfüllt. Als echtes Kraftpaket kann sie bis zu 3 Kilogramm Nutzlast bewegen und ist somit stark genug, um über GPS einen mobilen automatisierten externen Defibrillator (AED) samt Kamera, Videoscreen und Lautsprecher zum Ort des Geschehens zu befördern. Und das bei Regen, Schnee und Staub.

Die md4-3000 von Microdrones ist ein an Sicherheit und Zuverlässigkeit kaum zu überbietendes Flugsystem. Es ist auch für Einsätze in Extremsituationen wie nach Umweltkatastrophen konzipiert, die höchste Ansprüche an Material und Technik der Flugplattform stellen.

Aufgrund einer optimierten Aerodynamik und eines vergrößerten Flug-Akkus ist das neue Flaggschiff der Microdrones Quadrocopter auch für Langstreckenflüge geeignet. Genauso wie für Flüge in Einsatzhöhen von bis zu 4000 m.

Seine Ziele erreicht das miniaturisierte VTOL-Flugzeug (Vertical Take Off and Landing) per Fernsteuerung oder automatisch mit Hilfe der Microdrones-GPS-Wegpunkt-Navigation-Software. Dadurch können in Not geratene Menschen präzise mit lebenswichtigen medizinischen Hilfsmitteln und Medikamenten versorgt werden, die in einer wetter- und wasserfesten, aerodynamisch optimierten Cargo-Box Platz finden. 


Ein Gewinn für die Zukunft

Nach einer Vielzahl unterschiedlicher Einsatzgebiete von UAVs, ist mit der Entwicklung von »Drohnen für den Ernstfall« ein ganz besonderer Coup gelungen. Im Hinblick auf die zunehmende Anzahl von Notfällen nach Herzattacken und die Schwierigkeiten der schnellen Hilfe durch Ärzte vor Ort, wird der Einsatz intelligenter Drohnen auch in diesem Bereich stetig mehr Anspruch finden. Ebenso ist damit zu rechnen, dass die medikamentöse Versorgung in Katastrophengebieten, die Lebensrettung von in Seenot geratenen Menschen sowie das Krisenmanagement und der Zivilschutz mittels Drohneneinsatz an Bedeutung gewinnt. Schließlich tragen die Einsätze der innovativen Flugplattformen dazu bei, das wichtigste Gut zu retten, welches es auf Erden gibt: Leben.


Interviews

Weitere Hintergrundinformationen zu der Kooperation mit der DLRG Herneburg und der Firma RESTUBE finden Sie in zwei interessanten Interviews. 

Interview mit Robert Rink von der DLRG Horneburg

Interview mit Christopher Fuhrhop, RESTUBE GmbH